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Meike Melchinger wird in Matthäus verabschiedet

Meike Melchinger

Pfarrerin Meike Melchinger verlässt die Matthäusgemeinde und geht im August mit ihrer Familie nach Oldenburg. Ihr Mann ist an die dortige Universität berufen worden. Meike Melchinger tritt in Oldenburg jeweils eine halbe Gemeindepfarrstelle und eine Innovationspfarrstelle an. Am Sonntag, 17. Juli, 10 Uhr, wird sie in der Matthäuskirche durch Dekan Dr. Raimund Wirth verabschiedet.

Kirche zukunftsfähig machen
Pfarrerin Meike Melchinger verlässt die Matthäusgemeinde und geht nach Oldenburg


Sie ist schon erstaunt, wie viele Menschen sie in nur drei Jahren in der Matthäusgemeinde kennengelernt hat. Als Meike Melchinger gerade dabei war, sich mit ihrer neuen Gemeinde vertraut zu machen, „kam Corona reingewummst“, sagt die Pfarrerin. Als Mutter zweier kleiner Kinder habe sie mit ihrem an der Universität tätigen Mann, ebenfalls Theologe, schnell ein neues Zeitmanagement finden müssen. Die Vierzigjährige switchte ihre Gemeindearbeit kurzerhand auf Online-Angebote um. Gottesdienst-Liveübertragungen aus der Matthäuskirche, Videos für Kitakinder, Briefe zum Mitnehmen an der Kirchentür - die Theologin, die bei Konstanz geboren ist und in Heidelberg, Tübingen und Basel studiert hat, hat all ihre Kreativität eingesetzt, um Kontakt zu den Gemeindemitgliedern zu halten.

Jetzt hat sie die vergangenen Monate genossen, in denen wieder fast alles möglich war. Doch nun heißt es für sie und ihre Familie Abschied nehmen. Nach drei Jahren in Darmstadt geht sie nach Norddeutschland. Ihr Mann wurde an die Universität Oldenburg als Professor für Altes Testament berufen. Am Sonntag, 17. Juli, 17 Uhr, wird sie im Gottesdienst in der Matthäuskirche durch Dekan Dr. Raimund Wirth verabschiedet. Meike Melchinger beginnt ab September jeweils eine halbe Gemeindepfarrstelle und eine halbe Innovationsstelle mit dem Titel „Mit Kindern groß werden“ in Oldenburg. Da könne sie sehr viel mitnehmen, was sie in der Matthäusgemeinde, in der sie für die Kindertagesstätte zuständig war sowie Konfirmanden- und Religionsunterreicht erteilte, erprobt hat.  

Gerade liefen die Familiengottesdienste wieder an, für die Meike Melchinger ein Team mit aufgebaut hat. Diese Arbeit nicht weiterentwickeln zu können, tut ihr leid. Freude bereitet ihr, dazu beigetragen zu haben, „die Gemeinde für neue Medien zu öffnen“. Das habe es vor Corona nicht in dieser Weise gegeben. Meike Melchinger hat die Homepage neugestaltet, die Gemeindebriefredaktion geleitet, Flyer entworfen und war in den sozialen Netzwerken aktiv. Auch über die Matthäusgemeinde hinaus hat sie sich eingebracht. Den Prozess der Kooperation mit vier Nachbarkirchengemeinden hat sie als Projektverantwortliche vorangebracht und auf Dekanatsebene in der Arbeitsgemeinschaft Regionen mitgearbeitet.

„Kirche zukunftsfähig machen“, das war und ist ihr großes Anliegen. Das gehe vor allem in Netzwerken, denn Zusammenarbeit werde in einer kleiner werdenden Kirche immer wichtiger. Dazu gehöre auch, „immer wieder etwas Neues auszuprobieren“, davon ist die Pfarrerin überzeugt. „Ein einsames Pfarrerinnen-Dasein am eigenen Kirchturm pflegen wollte ich noch nie“, sagt die quirlige Seelsorgerin, die dafür sorgen will, „dass Kirche vor Ort relevant und für jede und jeden da ist“.

Der Abschied fällt ihr nicht leicht, hat sie doch das ihr zuvor unbekannte Darmstadt lieben gelernt. Nun erwarte sie „Regen und Wind im Norden“. Aber auch eine Fahrrad-Stadt, worauf sie sich als „Fahrradmensch“ freue. Statt „Morsche“ heißt es jetzt „Moin“, und neben der Sprache müsse sie sich auch in die neuen Bräuche, in einer lutherischen Gemeinde auch in die neue Liturgie einfinden. Doch darauf lasse sie sich gern ein, habe sie doch immer Gefallen daran gehabt, Neues zu entdecken.




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